Umfang
- Sechs Seminare in drei Jahren. Ein Seminar pro Semester. 22 UE pro Seminar. Mit 26+1 Punkten (Kat. C) von der sächsischen Landesärztekammer zertifiziert und für das Sächsische Fortbildungszertifikat anerkannt.
- Zwei Supervisionstage innerhalb der drei Jahre.
- Optional drei Tage Selbsterfahrung am Ende der Fortbildung.
Für wen ist die Fortbildung?
Ärzt*innen, Psycholog*innen, Berater*innen im psychosozialen Bereichen, Heilpraktiker*innen, Sozialarbeiter*innen, Pädagog*innen.
Kosten
500 Euro pro Seminar/ 3000 Euro insgesamt
Supervisionstag: 120 Euro
Selbsterfahrung: 500 Euro
Leitung
Arndt Sterba, FA Psychiatrie und Psychoanalyse
Bettina Uzler, Dipl.-Soz.Päd., Sexual,- Paar,- & Traumatherapie (HPG)
Urs Gamsavar, M.A. stattl. anerkannter Sozialarbeiter, Sexual- und Suchtberater
Start
Herbstsemester 2027
Termine & Inhalte
Seminar 1: Herbst 2027
Innere und äußere Einflussfaktoren zur Entwicklung einer sexualtherapeutischen Haltung
- Wie sehe ich mich als Sexualtherapeut*in/Berater*in; Wissen, Können, Haltung?
- Welche therapeutischen Ideale bringe ich mit? Wie zeigt sich mein Schatten?
- Welche Einflussfaktoren gibt es auf unser sexuelles Selbstverständnis; Sozialisierung, Kultur, Religion, Biografie?
- Mann/Frau/Divers: Wie stehe ich dazu?
- Methoden: Motivierende Gesprächsführung, Instrumente für die sexualtherapeutische Anamnese, sexualtherapeutisches Erstgespräch, Auftragsklärung.
Seminar 2: Frühjahr 2028
Von der Funktion sexueller Störungen: therapeutische Ansätze und Schulen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten
- Klassische sexuelle Funktionsstörungen: Erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, Dyspareunie, Vaginismus, Orgasmus Störungen
- Von der Funktionsstörung zur Funktion der Störung
- Beziehungsaufbauende Explorationen statt standardisierte Diagnoseverfahren.
- Der Einfluss von Wut, Scham und Aggressivität auf unserer Sexualität.
- Die Rolle des Körpers in der Sexualtherapie.
Seminar 3: Herbst 2028
Bedeutung und Herausforderungen von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in der Sexualtherapie
- Sexuelle Vielfalt, queere Lebenswelten und Heteronormativität
- Grenzen der binären Geschlechtsvorstellungen durch Neosexualitäten z. B. Transsexualität
- Diskrepanz zwischen biologischem Geschlecht sowie gefühltem Geschlecht und psychosexuellem Geschlecht
- Paraphilien: zwischen Spielart und Zwang
- Pädophilie
Seminar 4: Frühjahr 2029
Sexuelle Unlust & sexuelle Fantasien.
- Von der Kompetenz des Neins; sexuelle Unlust als beziehungsdynamisches Phänomen
- Sexuelle Unlust als Sprachrohr der Schatten in Beziehungen.
- Sexuelle Unlust als Motor für persönliche Entwicklungsthemen.
- Sexuelle Fantasien als Hilfsmittel, um sexuelle Unlust zu verstehen.
- Exkurs: Eifersucht.
Seminar 5: Herbst 2029
Was noch zu tun ist: Moderne Beziehungskonzepte, Affären und der Umgang mit Traumata.
- Affären als Chance für Beziehungen
- Polyamorie, Monogamie, oder Offene Beziehung: Vom Suchen und Finden der richtigen Beziehungsform
- Wie hängen Bindungsstile mit Sexualität zusammen?
- Traumatisierungen und deren Auswirkungen auf Beziehungen und Sexualität.
- Ego-State-Therapie für Traumafolgestörungen.
Seminar 6: Frühjahr 2030
Aus der Praxis für die Praxis: Sexualtherapeutische Praxisfälle und Methodenkoffer
- Auftragsklärung: der Auftrag hinter dem Auftrag
- Embodiementorientierte Sexualtherapie: Körperübungen für die Praxis
- Beziehungsdynamische Übungen für Paare
- Teilearbeit in der Sexualtherapie: ein ressourcenorientierter Umgang mit sexuellen Funktionsstörungen und anderen sexualtherapeutischen Phänomenen.
- typische Fallvignetten.
Häufige Fragen
- Muss ich mich in der Fortbildung ausziehen?
Nein, in unserer Fortbildung muss sich niemand ausziehen. Die Basis der psychodynamischen Sexualtherapie ist gesprächsbasiert, wie in einer normalen Psychotherapie auch.
- Muss ich andere Menschen anfassen, oder werde ich angefasst?
Wir bieten nur wenige, bis keine Übungen an, in denen sich die Teilnehmenden gegenseitig anfassen. Sollte es doch mal eine Übung geben (selbstverständlich immer bekleidet), in denen eine Berührung, beispielsweise an den Händen angeboten wird, können Sie sich jederzeit entscheiden, nicht bei der Übung mitzumachen.
- Wieviel muss ich von mir und meiner Sexualität persönlich zeigen?
Wir glauben, dass das Sprechen über die eigene sexuelle Biografie und die eigenen sexuellen Erfahrungen hilfreich ist, um später mit Patient*innen, Klient*innen oder Kunden über deren Sexualität und sexuelles Erleben zu sprechen. Auch hier bestimmen Sie die Grenzen dessen, was Sie preisgeben möchten, selbst.
- Wieviel Selbsterfahrung beinhaltet die Fortbildung?
Die Fortbildung ist so konzeptioniert, dass Übungen und Methoden für die Praxis ausprobiert werden. Dabei können persönliche Themen oder Fälle von Ihnen genutzt werden. Wer tiefer in die Selbsterfahrung eintauchen will, kann optional das Selbsterfahrungswochenende am Ende der Fortbildung buchen.
- Gibt es körperliche Übungen?
Ja. Da der Körper eine erhebliche Rolle beim Erleben von Sexualität und Beziehung spielt, werden Achtsamkeits- und Bewegungsübungen Teil der Fortbildungsinhalte sein.
- Sind die Inhalte für meine psychotherapeutische/beraterische Tätigkeit zugeschnitten?
In vielen psychotherapeutischen Prozessen spielen sexuelle Themen eine Rolle, werden aber häufig nicht angesprochen, weil auf Seiten der Therapeutin, oder des Beraters, Unsicherheit herrscht. In der Fortbildung in Psychodynamischer Sexualtherapie lernen Sie Sicherheit im Reden über sexuelle Themen, Fantasien und Inhalte.
